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«Mit 15 wollte ich mein erstes Haus kaufen»

Christoph Schoop ist in Uri kein Unbekannter. Mehrere Projekte gleichzeitig treibt der Aargauer hier voran – von historischen Hotels bis hin zur Grossüberbauung Werkmatt in Altdorf. Im Gespräch erzählt er, welche Vorhaben Priorität haben, warum er auf sein Bauchgefühl hört und was ihn seit Kindheitstagen mit dem Kanton verbindet.


Der Aargauer Christoph Schoop ist Immobilieninvestor und treibt sieben Projekte im Kanton Uri gleichzeitig voran.
Der Aargauer Christoph Schoop ist Immobilieninvestor und treibt sieben Projekte im Kanton Uri gleichzeitig voran.

Herr Schoop, viele Urnerinnen und Urner kennen Ihren Namen aus der Zeitung und von vielen Projekten, die Sie in Uri am Laufen haben. Wissen Sie, wie viele Projekte Sie in Uri momentan haben?


(lacht) Das kann ich nicht beantworten, das weiss ich nicht.


Schwierig, da den Überblick zu behalten. Nach meinen Informationen sind es sieben Projekte: die Werkmatt, das Hotel Furkablick, Wikkelhouse, die Liegenschaft Kaufmann, die Uferneugestaltung in Flüelen sowie das Posthotel in Urigen. Das Areal Rösslistutz in Spiringen ist weitgehend abgeschlossen, oder?


Ja, einzig das Restaurant und die Wirtewohnung müssen noch saniert werden. Aber das hat derzeit nicht erste Priorität.


Welches Projekt hat denn oberste Priorität?


Ganz sicher die Werkmatt. In den nächsten Tagen werden wir die Baueingabe machen fürs erste Baufeld – das Baufeld 13.


Hat die Verlegung eines Bunkerausstiegs etwas damit zu tun? Im Amtsblatt war kürzlich das Baugesuch.


Ah ja, das wäre in dem Fall das achte Projekt. (lacht) Das ist der Bunkerausgang, der wie ein Kegel auf dem Grundstück steht. Wir sind der Meinung, dieser gehört zur Geschichte der Werkmatt. Die Hallen wurden während des Zweiten Weltkriegs gebaut, und die ersten hohen Hallen sind gar während des Ersten Weltkriegs gebaut worden. Der Kegel ist somit ein Zeitzeuge. Es ist aber eigentlich nur ein Relikt, welches zur Geschichte der Werkmatt gehört. Unterirdisch ist ein Labyrinth – das wird aber komplett abgebaut.


Ein weiteres Projekt also. Bei acht Projekten in Uri – sind Sie fast schon mehr Urner als Aargauer?


Nein, schon nicht. Wir haben stetig etwa 30, 35 Objekte, die bei uns am Laufen sind. Unsere Projekte sind nur in der Schweiz und nur auf der Nord-Süd-Achse.


Immerhin rund ein Viertel in Uri. Unterscheidet sich das Bewilligungsverfahren wesentlich zwischen den Kantonen – beispielsweise zwischen Aargau und Uri?


Das ist ein ganz grosser Unterschied. Die Auflagen sind überall die gleichen. Aber es ist einfacher in Uri, weil alles kompakt ist. In Uri erleben wir den Umgang mit Behörden und auch Personen als sehr direkt und offen. Man diskutiert beidseitig auf Augenhöhe, sagt ehrlich, was passt und was nicht – diesen Austausch schätzen wir sehr. Aargau ist diesbezüglich schwieriger.


Würden Sie sich selber als klassischen Unternehmer beschreiben? Oder doch eher als Abenteurer oder gar Visionär?


Was kann ich da sagen? Visionär bin ich sicher – und das Abenteuer gehört dazu. Das Bauen ist schlicht und ergreifend eine Leidenschaft von mir.


Zu dieser Leidenschaft: Gab es einen spezifischen Moment, in dem Sie gespürt haben, «Immobilien kaufen und Projekte entwickeln, das ist das, was ich machen möchte»? Oder ist das einfach stetig gewachsen?


Das Bauen hat mich als Kind schon interessiert. Im Alter von 15 Jahren wollte ich mein erstes Haus kaufen. Mein Vater fragte nur: «Was willst du mit dem Haus da auf dem Berg oben?!»


Wie hätten Sie das finanziert?


Ich hätte dafür mein Sparbüchlein geplündert, plus einem kleinen Zustupf von meinem Vater. Ich war immer sehr sparsam, und das Haus hätte zirka 12 000 Franken gekostet. Ich habe es schlussendlich nicht gemacht. Ich habe dann aber mit 21 mein erstes Haus gekauft.


Immer noch früh.


Seitdem habe ich diese Leidenschaft – es ist aber nicht immer einfach. Heute ist das Bauen fast Nebensache – die grösste Hürde ist der Weg bis zur Bewilligung. Das ist das grösste Problem.


Was verbindet Sie persönlich mit dem Kanton?


Durch die Firma Dätwyler sind wir seit Jahrzehnten mit Uri verbunden. Damals hiess es noch «Dätwyler Gummi- und Kabelwerke». Unser Vater hat die Spenglerei-Technik revolutioniert und hat Dehnungselemente erfunden – diese liess er patentieren. Diese Elemente können die Ausdehnungen von Gebäuden aufnehmen. Durch Sonneneinstrahlung und Wind entstehen Bewegungen in den Häusern, und mit diesen Elementen kann man die Bewegungen dreidimensional auffangen. Die Firma Dätwyler hat das für uns produziert, und dadurch sind wir von Kindesbeinen an hier im Kanton Uri verwurzelt.


Hat Ihre persönliche Beziehung zu Uri eine Rolle gespielt bei der Entscheidung, die Werkmatt hier zu entwickeln?


Nein, dazu gab es keine Verbindung. Ich bin schon seit Jahren hier aktiv. Als Erstes habe ich in Bauen das Restaurant Fischli gebaut, früher hiess es noch «Schützen». Ich hatte auch noch das Restaurant Schiller in Bauen. So ist mein Bezug zu Uri als Unternehmer entstanden.


Wie kam es zur Idee der Werkmatt?


Die Werkmatt habe ich durch ein Inserat in der Grösse einer Visitenkarte in der Zeitung entdeckt. Ich weiss nicht mehr genau, was drinstand, aber es ging darum, dass man Bauland zu vergeben habe in Altdorf. Ich fragte mich, wo das sein könnte, und habe mich gemeldet. Danach hat die Volkswirtschaftsdirektion Uri mit mir Kontakt aufgenommen – ich dachte, was wollen die von mir? –, und sie haben mir offenbart, dass das Inserat von ihnen stammte.


Sie investieren in der Werkmatt einen höheren zweistelligen Milli-onenbetrag. Warum gerade hier?


Es hat sich hier einfach eine gute Gelegenheit ergeben. Als Wirtschaftsstandort ist der Kanton Uri sehr gut. Hier haben wir noch die Chance, gute Handwerker zu finden.


Woran erkennen Sie eine gute Gelegenheit?


An der Chance, die wir in einem Grundstück sehen. Wenn wir etwas realisieren, muss es mir wohl sein auf dem Grundstück. Wenn es mir nicht wohl ist, mache ich nichts. Sei es im Wohnbereich, im Privatbereich oder im Gewerbebereich – das Gefühl muss stimmen. Es muss ein Ort sein, wo ich selber auch hingehen oder arbeiten möchte. Das ist für mich ausschlaggebend.


Was braucht es denn, damit es Ihnen wohl ist?


Das ist ein reines Bauchgefühl. Ich mache alles nur nach dem Bauchgefühl. Wenn das stimmt, rechnen wir mit einem einfachen Dreisatz das Ganze durch und schauen weiter.


Seit der Projektvorstellung Anfang 2023 gab es wenig Neuigkeiten zur Werkmatt. Entspricht der aktuelle Stand noch den damaligen Plänen?


Das ist alles nach wie vor so geplant, wie wir es damals angedacht haben. Aber auch hier braucht es eine Entwicklungsphase des Projekts. Es braucht die Gespräche, die man führen muss – sei es mit der öffentlichen Hand, aber auch die Gespräche mit den Privaten.


Was für Gespräche?


Wir haben in der Werkmatt beispielsweise die Firma Merck, die mit risikobehafteten Stoffen arbeitet. Dort braucht es einen Dialog. Darum braucht es diese Zeit, die man sich nehmen muss.


Was hat in der Entwicklungs­phase sonst noch viel Zeit beansprucht?


Wir möchten mit innovativen Ideen kommen, wie man das Haus baut. Zudem wollen wir sehr nah am Klimapfad entlang bauen. Das heisst nah bei der CO2-Neutralität eines Gebäudes.


Was heisst nahe?


Wir streben die Neutralität an, werden es aber nicht schaffen.


Wieso nicht?


Das kann erst über die Jahre gelingen. Darum schauen wir auch, dass wir den Strom möglichst selbst produzieren können. Gleichzeitig haben wir mit der Ökoenergie Uri eine Heizzentrale entwickelt für das Areal. Wir werden auch da einen hohen Selbstversorgungsgrad haben.


Ist es richtig, dass eine Business School eines der grossen Gebäude übernehmen wird?


Ja, das würde das Gebäudebaufeld 13 sein, welches wir als erstes bauen. Sie würden in Miete einziehen und dort die Schule betreiben. Dazu würden sie im oberen Bereich einen Hospitality-Teil, für die Beherbergung der Studenten betreiben. Hinter der Business School steht Rui Zhou von der International School in Altdorf. Er ist sehr umtriebig mit seiner Schule und hat die Vision gehabt, eine weitergehende Schule zu machen. Wir mussten aber das Projekt entwickeln und haben strenge Kostenvorgaben. Wir mussten auch einbinden, was die Schule als Miete zahlen kann. Das Ziel ist, dass wir in den nächsten Monaten die Mietverträge machen können.


Das profilierte Gebäudebaufeld 13 der Werkmatte. Hier soll schon bald eine Business School stehen.
Das profilierte Gebäudebaufeld 13 der Werkmatte. Hier soll schon bald eine Business School stehen.

Die Werkmatt soll 1000 bis 1500 neue Arbeitsplätze schaffen. In welchen Branchen denn konkret?


Insgesamt sind es sogar 1500 bis 2000 Stellen, doch die Leute arbeiten nicht alle bei uns. Bei uns ist sicher die Schule. Wir schaffen aber auch im Baufeld 9 die Basisinfrastruktur, wo Leute essen gehen können, ihre Freizeit gestalten, Fitness machen, einkaufen gehen, Co-Working et cetera. Die Basisinfrastruktur soll eine «Tankstelle für Menschen» werden. Sie soll ausgestattet sein​​ mit allem, ​​​​​​​was ​​​​​​​es ​​​​​​​noch ​​​​​​​braucht, ​​​​​​​damit ​​​​​​​man ​​​​​​​neben der ​​​​​​​Arbeit ​​​​​​​kurz ​​​​​​​ausschalten ​​​​​​​kann. Eine ​​​​​​​Infrastruktur, ​​​​​​​um ​​​​​​​den ​​​​​​​Kopf ​​​​​​​zu ​​​​​​​lüften während der ​​​​​​​Arbeitspausen.


Alles auf dem Baufeld 9?


Ja, das wird alles auf dem Baufeld 9 passieren. Und dementsprechend auch ein Hotel, wo die Leute übernachten können. Wir sind zudem konkret mit einem Doktorhaus in Planung, welches auf das Areal kommt.


Gibt es schon konkrete Nutzer?


Unterschriftsreif ​​​​​​​ist ​​​​​​​noch ​​​​​​​kein Nutzer. Aber ​​​​​​​wir ​​​​​​​sind ​​​​​​​in ​​​​​​​Verhandlungen ​​​​​​​mit ​​​​​​​einem ​​​​​​​Hotel, ​​​​​​​einem ​​​​​​​Restaurant und einem ​​​​​​​Fitnessunternehmen.


Wenn Sie an die nächsten 20 Monate denken, welche konkreten Meilensteine stehen an – sei es in der Werkmatt oder auch bei anderen Projekten im Kanton Uri?


In rund 20 Monaten sollte das Baufeld 13 bereits bezogen sein. Das Baufeld 9 steht da für die Baueingabe. Was für uns ebenfalls wichtig ist, ist die Firma Wikkelhouse in Flüelen.


Da war ja kürzlich der Launch-Event.


Genau. Dort ist sicher das Ziel, dass die Firma sich im Markt verfestigt hat. Das ist eine Firma, die wir mit vier weiteren Partnern gegründet haben. Wir hoffen, dass wir mal der marktführende Betrieb für Kleinwohnformen in der Schweiz sind. Es war eine bewusste Entscheidung, dass wir in den Kanton Uri kommen. Der Standort Flüelen ist nicht zufällig. Denn einer der Partner ist Hermann Herger von der Gotthard Holzbau – und Wikkelhouse ist auch ein holziger Betrieb.


In Uri begegnet einem, wenn man etwas Neues macht, oftmals Gegenwind. Haben Sie das auch so erlebt?


Nein, ich habe bis jetzt keinen Gegenwind gespürt.


Wie stellen Sie sich den Kanton Uri im Jahr 2035 vor?


2035 werden in der Werkmatt noch wesentlich mehr Unternehmen angesiedelt sein. Der Start ist immer das Schwierigste, um ein ganzes Gebiet zu entwickeln. Das habe ich gesehen in der Region Baden, wo wir das Gewerbegebiet entwickelt haben. Das hat Jahre gebraucht. Wir haben aber heute mit unseren Unternehmen rund 5000 Arbeitsplätze ansiedeln können.


Die Werkmatt ist sicherlich das grösste Urner Projekt, doch ich möchte Sie auch zu den anderen befragen. Das Posthotel in Urigen haben Sie ja schon vor Längerem gekauft. Wie ist da der Stand?


Wir waren über sechs Jahre in Verhandlungen mit der Eigentümerschaft – nicht intensiv, aber haben immer wieder mal nachgefragt. Das Projekt «Posthotel Urigen» steht nicht hintenan, es ist jetzt rechtsgültig baubewilligt. Jetzt gehen wir an die Vorbereitung für die Ausführung. Aber: Wir lassen uns dazu Zeit. Wir müssen sicher sein, was wir bauen. Das werden wir nach dem Projekt «Rigi» ​​​​​​​in Angriff nehmen.


Was ist denn genau vorgesehen?


Im Posthotel Urigen kommt wieder ein Restaurant- und Hotelbetrieb. Dazu kommt ein neues Mehrfamilienhaus. Das alte Waschhaus unten an der Strasse wird zu einer Wohneinheit ausgebaut. Danach haben wir rund 30 Schlafplätze im Hotelbetrieb plus die Wohneinheiten.


Das Hotel Furkablick haben Sie hingegen erst kürzlich erworben. Ein geschichtsträchtiges Haus. Haben Sie dafür bereits eine Vision?


Ein sehr geschichtsträchtiges Haus. Das Haus ist von der Substanz her einzigartig in der Schweiz. Es ist weitgehend so erhalten, wie es gebaut worden ist.


Was macht das Haus geschichtsträchtig?


Im «Furkablick» wurde 1990 bis 1995 die «Furk-Art» durchgeführt. Alles, was in der Kunstszene der Welt Rang und Namen hatte, hat dort oben verkehrt. Rem Koolhaas, ein sehr berühmter holländischer Architekt, hat das Restaurant im Jahr 1995 verwirklicht – das einzige Werk, das er in der Schweiz gemacht hat.


Und was wird jetzt aus dem Gebäude?


Wir wollen dort oben die Kunstwelt wieder aufleben lassen. Wir werden eine Residenz für Jungkünstler bauen, die dort arbeiten möchten. Wir möchten aber auch eine Residenz für Galeristen bauen, die ihre Ausstellungen aufbauen und das Volk auf die Furka locken. Zudem möchten wir ein Auffangbecken für Kunst aus dem öffentlichen Raum machen, welche umplatziert werden muss oder keinen Platz mehr hat. Der vierte Teil ist, das Restaurant sowie die Beherbergung wieder aufleben zu lassen. Aber die Beherbergung wird bewusst nur auf einem ganz einfachen Standard sein.


Ist der Standort dafür geeignet?


Das Hotel Furkablick kann etwa 100 Tage im Jahr betrieben werden. Von diesen 100 Tagen sind vielleicht noch 60 Tage schlechtes Wetter da oben. (lacht) Der Zeitraum ist sehr eng.


Klingt nach einem Herzensprojekt von Ihnen.


Das ist es definitiv.


Es scheint, Sie haben ein Flair für alte Häuser.


Die alte Bausubstanz ist meine Leidenschaft. Wir erhalten, was man erhalten kann. Wir gehen nicht mit dem Vorschlaghammer dahinter, reissen ab und machen alles neu.


Das geht leider nicht immer.


Es gibt immer wieder mal ein Gebäude, das man entfernen muss, das nicht erhaltungswürdig ist. Aber sonst, wenn es irgendwie möglich ist, restaurieren wir solche alten Häuser.

Zu einem weiteren alten Gebäude – der Liegenschaft Kaufmann in Flüelen und der dazugehörigen Uferrestauration.


Ja. Im gesamten Rahmen der Ufergestaltung Flüelen wird das Kaufmannhaus miteinbezogen. Dieses Haus habe ich aber schon vor einigen Jahren gekauft und ist jetzt im Bewilligungsverfahren für den Umbau.


Was soll damit geschehen?


Im Kaufmannhaus wird es drei Wohneinheiten geben plus einen kleinen Bistrobereich für die Badegäste auf dem Holzplatz. Es wird dort auch Garderobe- und WC-Anlagen geben. Die Idee ist, dort wieder einen Pedaloverleih zu machen, wie es früher war – auch mit den alten Pedalos.


Werden diese denn noch hergestellt?


Wir haben eine Firma gefunden in Como, die uns diese im alten Stil bauen würden.


Wie geht es weiter?


Das Entwicklungsgebiet geht bis zu den Schiffländen, wir dürfen diese im Baurecht übernehmen. Die Gemeinde Flüelen und wir werden dafür einen Architekturwettbewerb ausschreiben. Ein Projekt, das die Gemeinde und wir miteinander realisieren und umsetzen – unter der Federführung der Gemeinde.


Woher kommt Ihr Antrieb, immer wieder grosse und teils auch unkonventionelle oder neue Projekte anzupacken?


Uns reizt die Herausforderung an solchen Objekten. Aber man muss auch wissen, die brauchen sehr lange Zeit. Und von meinem Alter her kann ich nicht mehr viele so grosse Projekte anpacken. Grosse Projekte dauern bis zu zehn Jahre – von der Idee bis zur Umsetzung.


Wir haben über alle Projekte gesprochen, die am Laufen sind. Was, wenn mal etwas nicht klappt?


Wenn etwas mal nicht klappt, dann habe ich nicht verloren – denn dann hat jemand anderes Freude daran.


Dazu würde mir die Isleten einfallen.


Das, was man da will, das geht so nicht. Das hat nichts damit zu tun, dass ich es nicht bekommen habe, ich gönne ihm das. Aber das ist ein so schönes Gebiet – ein absoluter Glücksfall. Über Jahrzehnte ist dort nichts passiert. Was da steht, ist nicht – wie der heutige Besitzer sagt – «eine Schande», denn es ist ein Glücksfall, was da steht. Ich hoffe, dass die Bevölkerung zusammen mit der Regierung und den Umweltverbänden gemeinsam genügend stark sind, dass sie dieses Projekt auf diese Art nicht zulassen. Das ist mein ganz persönliches Empfinden.


Was stört Sie daran?


Es ist keine Äusserung von mir als Unterlegener, denn ich bin nie unterlegen – das Grundstück hat lediglich jemand anderes bekommen und hat Freude daran. Es wäre einfach schade, die Isleten dem Massentourismus zu opfern. Denn es ist eine Perle, und zu einer Perle muss man Sorge tragen. Dort hinten hat die Industrialisierung des Kantons Uri begonnen.


Zum Schluss: Haben Sie einen Lieblingsort im Kanton Uri?


Schwierig, in Uri ist es überall schön. Viele, die aus meiner Region kommen, kennen den Kanton nur von der Durchfahrt. Sobald man aber links oder recht rausgeht – zum Beispiel ins Schächental – klappt sich die Landschaft wunderbar aus. Etwas vom Schönsten ist der Höhenwanderweg vom Klausen auf ​​​​​​​die Eggbergen. Ein absolutes Highlight von der Aussicht her.


Viele Ideen und Projekte, die Christoph Schoop vorantreibt.
Viele Ideen und Projekte, die Christoph Schoop vorantreibt.

 
 
 

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